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Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 02.10.2023, 12:44
von Stefan_Lilge
Hallo,

als Freund von Technikspielzeug habe ich (wie ein großer Teil der Weltbevölkerung) mir ein ZWO Seestar S50 Smart Telescope gekauft. Das ist ein azimutal montierter 50/250mm Triplet APO. Da mir der deutsche Preis für ein Spielzeug zu hoch erschien habe ich direkt in China bestellt, allerdings erst einen Tag nachdem die Bestellung auf der Webseite von ZWO möglich wurde. Daher musste ich etwas warten bis die Vorbestellungen des ersten Tages abgearbeitet waren.

Der Ersteindruck ist sehr gut. Seine Ergebnisse sind natürlich nicht so gut wie bei einem "richtigen" Astrofoto-Setup. Das kostet dann aber auch ein Mehrfaches und erfordert einiges an Können und Erfahrung vom User. Mit dem Seestar kann auch ein Anfänger sofort brauchbare Bilder hellerer Objekte machen.

Das kleine Teleskop steuert bei Deep Sky komplett selbständig per Plate Solving seine Ziele an, dafür muss man nur das Teleskop auf ca. 2 Grad genau "gerade" aufstellen, wobei einem eine eingebaute elektronische Wasserwaage hilft, die man auf dem Handy betrachten kann. Alles andere läuft dann automatisch. Das erste "Goto" ist meist ziemlich weit daneben (da richtet sich das Teleskop nach dem eingebauten Kompass), aber nach 2-3x Plate Solve kommt es zügig am Ziel an.
Schlechter läuft das bei Sonnen- und Mondbeobachtung. Da gibt es kein Plate Solve (ist ja bei Sonne auch nicht möglich) und das Teleskop richtet sich nach dem eingebauten Kompass und Neigungssensor. Der Neigungssensor funktioniert gut und bestimmt die Höhe meist halbwegs genau, aber der Kompass ist gerne mal 30 Grad daneben. Das ist aber bei allen meinen bisherigen Handys nicht anders, würde ich also nicht als wirklichen Minuspunkt werten. Man muss dann also letztlich per Bildschirmsteuerung auf Mond oder Sonne fahren. Das ist nicht sonderlich komfortabel, man zieht auf dem Bildschirm des Handys einen Punkt in die Richtung, in die sich das Teleskop bewegen soll. Die Geschwindigkeit der Bewegung hängt davon ab, wie weit man den Punkt zieht. Das ist schwierig zu dosieren.
Das Teleskop hat Backlash in beiden Achsen, was gelegentlich (zum Glück aber wirklich nur gelegentlich) dazu führt, dass das Objekt wieder aus der Bildmitte herauswandert. Es wieder in die Bildmitte zurück zu bewegen ist dann wegen der ungenauen Steuerung wieder schwierig.

Am Ziel angekommen macht der Seestar auf Knopfdruck (auf dem Handy) einen Autofokus. Bei Deep Sky funktioniert der Autofokus auch gut, beim Mond hatte ich den Eindruck dass er immer "fast" scharf war. Heute habe ich mir aber die neueste Softwareversion installiert, mit der man auch von Hand nachhelfen kann, wenn der Autofokus es nur zu 95% getroffen hat. Mit diesem Softwareupdate kann man nun auch alle Einzelbilder als "fit" speichern lassen um diese dann später selber zu stacken. Ansonsten bekommt man nur das Summenbild als "fit" und dazu ein JPG. Das JPG wird recht gut dargestellt, die Software sorgt z.B. dafür, dass keine größeren Flächen ausbrennen. Mit Streckung von Hand kann man aber noch mehr aus den Daten herausholen. Wer faul ist, kann sich aber auch mit den automatisch erzeugten JPGs begnügen.

Das Teleskop macht dann so lange 10 Sekunden-Belichtungen, bis man es von Hand stoppt. Eine Voreinstellung dass man z.B. gerne zwei Stunden Licht sammeln möchte gibt es nicht. Das Teleskop belichtet also ggf. auch noch weiter wenn schon die Dämmerung begonnen hat.

Bei langen Belichtungsserien tritt bei dem azimutal montierten Seestar natürlich Bildfeldrotation auf, so dass man eventuell einiges wegcroppen muss. Wenn möglich sollte man also eher in mehreren Nächten jeweils z.B. eine Stunde zur gleichen Zeit belichten als in einer Nacht mehrere Stunden.

Ein großer Bonus wurde dem Teleskop nach Beginn der Vorbestellungen hinzugefügt, nämlich zwei Filter. Als ich Mitte April bestellt habe war nur vorgesehen, dass ein eingebauter "Filter" den Chip komplett verdunkeln können sollte, um Darks zu erstellen. Später wurde dann noch ein interner Dual-Schmalbandfilter eingebaut, den man durch ein "Knopfdruck" auf dem Handy ein- und ausschalten kann. Gerade für Stadtbewohner sehr praktisch. Auch ein Sonnenfilter wurde später dem Lieferumfang hinzugefügt, der ist aber extern und muss von Hand aufgesteckt werden.

Die Optik ist für den Preis sehr gut. Angeblich ein Triplet APO, wobei das ED-Element sicherlich aus einer preisgünstigen Glassorte geschliffen wurde. Bei Breitband habe ich bei manchen Bildern leichte blaue Säume um Sterne gesehen, das kann aber auch an den Schleierwolken gelegen haben. Mit dem Dualband-Filter ist kein Farbfehler mehr wahrnehmbar.
Die Sterne sehen (wenn der Fokus stimmt) im ganzen Bild ordentlich aus, wobei der winzige Chip natürlich auch nicht besonders fordernd für die Abbildung in den Ecken ist.

Mit der kurzen Brennweite von 250mm ist das natürlich im Grundsatz ein Weitfeld-Teleskop und nicht für kleine Objekte (auch nicht für Planeten) geeignet. Dumm ist dann nur, dass man einen winzigen Chip verbaut (Sony IMX462)hat, Pixelgröße ist 2,9 Mikrometer, davon gibt es 1920x1080 Pixel. Das ergibt dann ein Gesichtsfeld von 0,72x1,28 Grad (hochkant, ist halt wie auf dem Handy). Große Nebel oder Galaxien passen damit nicht ins Gesichtsfeld. Gut geeignet ist der Seestar also nur für mittelgroße Objekte und liefert an diesen auch keine besonders gute Auflösung. Schade dass man nicht für eine Handvoll Dollars Aufpreis z.B. einen IMX585 verbaut hat, dann wäre es wenigstens ein echtes Weitfeldteleskop. In den Foren fordern Nutzer einen Mosaikmodus, aber das halte ich nicht für umsetzbar, denn die Bildfeldrotation sorgt dafür, dass die Felder eines Mosaiks nicht aneinander passen - es sei denn die einzelnen Bildfelder überschneiden sich sehr stark.

Plus:
-sehr leise
-gute Optik
-eingebauter Dual-Schmalbandfilter
-mitgelieferter Sonnenfilter
-eingebaute Objektivheizung gegen Tau

Minus:
-kleines Gesichtsfeld durch winzigen Chip
-Bildfeldrotation
-leichter Farbfehler
-Backlash in beiden Achsen

Nun ein paar Bildbeispiele. Alle sind unter Berliner Großstadthimmel bei schlechten Bedingungen (dünne Wolken, heller Mond) entstanden. Selbst hier in Berlin ginge es also besser. Irgendwann muss ich den Seestar mal in die Satteltasche meines Ebikes packen (da passt es mit Koffer rein) und eine Öko-Fotosession südlich von Berlin machen.

M27 mit Breitband, 5 Minuten, Originalbild so wie es aus dem Seestar kam.


M27 mit dem eingebauten Schmalbandfilter, 5 Minuten, unbearbeitet aus dem Seestar.


M27, beide obigen Bilder gemittelt, Rauschreduzierung mit NoiseXterminator, Helligkeitswerte angepasst:


Die Sonne mit dem mitgelieferten Sonnefilter, unbearbeitet aus dem Seestar.


NGC 891, eine Stunde, unbearbeitet


M13, vermutlich ca. 25 Minuten, unbearbeitet


M17, 43 Minuten, unbearbeitet


IC 1795/NGC 896, 54 Minuten, unbearbeitet:


Ich finde es sensationell, was Zwo hier für den Preis liefert. Der Vorbestellerpreis direkt aus China für 399 Dollar war sowieso unschlagbar. Aber auch für die regulären 699 Euro in Deutschland kann man sonst kein vergleichbar leistungsfähiges und zugleich einfach handhabbares System zusammenstellen.
Mit fünf Minuten Belichtungszeit kann ein Anfänger hellere Objekte erkennbar darstellen. Und der Fortgeschrittene kann entspannt nebenbei ein paar Aufnahmen laufen lassen, wenn er gerade keine Lust hat das große Gerödel aufzubauen. Und kein anderes Aufnahmesystem (außer vergleichbare aber deutlich teurere Smart Telescopes) ist so transportabel (passt wie gesagt mit Koffer und Stativ in meine Fahrrad-Satteltasche).

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 02.10.2023, 16:24
von Holger-Sassning
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Hallo Stefan,

das du dir ein Seestar kaufen wirst habe ich mir doch gedacht.

Ich bin aber echt erstaunt was das kleine Seestar doch für gute Bilder macht.
Alle Achtung vor ZWO.

Ich hatte ja eine Zeitlang die Diskussion auf a.de verfolgt, dort kam es ja bei einigen nicht so gut weg.
Umso mehr bin ich über deine Ergebnisse erstaunt.

Viel Spaß mit dem Teil und ich warte auf eine "echte" Langzeitbelichtung.

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 02.10.2023, 21:43
von Josef
Hört sich gut an Stefan,

mal Schaun ob ich brav war dieses Jahr und mir das Christkind was bringt!

Danke auf alle Fälle für den Report!

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 02.10.2023, 23:06
von christianhanke
Hallo Stefan,

das ist wieder mal ein toller Bericht von Dir über ein sehr leistungsfähiges "Spielzeug".
Weiterhin viel Spaß damit.

Bei mir steht erst einmal eine neue Kamera an, die die ASI1600MCC ersetzen wird, die ich zum Glück verkaufen konnte.

Gruß und CS

Christian

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 03.10.2023, 00:13
von Stefan_Lilge
Hallo,

@Holger: Auf La Palma hätte man mit dem Seestar als Zweitteleskop sicher Spaß, mal schauen ob wir das irgendwann noch mal schaffen :-)

@Josef: Dann hoffe ich mal, dass nicht nur das Christkind sondern auch die Vorbestellerliste mitspielt und es tatsächlich zu Weihnachten klappt. Ich habe so den Eindruck dass von den Dingern tausende verkauft wurden. Wenn ist mir alleine ansehe, wie viele Meldungen über Bestellungen schon am ersten Tag auf A.de zu lesen waren...

@Christian: Dein neues Spielzeug wird dann also deutlich teurer als meins, aber auch sinnvoller :-)

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 03.10.2023, 12:35
von Frank
Hallo Stefan

Falls du mal mit dem Kopf gegen einen Baum läufst und mit Astroart nicht mehr klarkommst ist das Seestar die Lösung.
Für unter 700€ wirklich auch eine runde Sache.
Aber die AM5 hätte auch in die Satteltasche gepasst, Kamera und Notebook und Mini Apo in die andere Seite, da musst eben mal Strampeln um den Akku vom EBike als Stromquelle nutzen zu können.
Deine anderen Montierungen jetzt eher Technikmuseum?
:D :D :D

Hat das Seestar bei RGB überhaupt einen UV IR Sperrfilter? Nicht das der Blausaum deswegen ist.

Gruß Frank

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 03.10.2023, 15:25
von Stefan_Lilge
Hallo Frank,

irgendein Filter ist bei Breitbandaufnahmen auf jeden Fall im Strahlengang, denn der Fokus verändert sich nicht beim Umschalten zwischen Breitband und Schmalband. Ich gehe auch davon aus, dass das ein UV/IR-Sperrfilter ist, explizit gefunden habe ich das in den technischen Daten aber nicht. Ich bin mir aber wie gesagt auch nicht sicher, ob die Blausäume von den Wolken oder von der Optik kommen, sie sind auch nicht in allen Aufnahmen zu sehen. Auch am Mondrand ist kein Blausaum zu sehen. Vielleicht hätte ich das wegen dieser Unsicherheit auch nicht bei den Minuspunkten aufführen sollen.

>>Aber die AM5 hätte auch in die Satteltasche gepasst...

Eine AM5 bräuchte ich gar nicht, meine Pegasus Nyx wiegt auch nur einen Kilo mehr. Trotzdem wiegt eine AM5 doppelt so viel wie ein kompletter Seestar. Und die Komplexität ist bei einer "richtigen" Ausrüstung viel höher. Da muss man erstmal tausend Kabel (die auch alle im Gepäck sein müssen) zusammenstöpseln, eine Stromversorgung sicherstellen, einnorden etc.

Ich hatte bei den Pluspunkten noch vergessen zu erwähnen, dass der Seestar einen eingebauten Akku hat, der so ca. 5 Stunden durchhält. Der Akku ist hinter einer verschraubten Klappe und kann einfach ausgetauscht werden, wenn er irgendwann mal defekt ist. Wenn man dann noch eine kleine USB-Powerbank dabei hat (10.000 mAh reichen) kann man auf jeden Fall auch eine 10 Stunden-Nacht durchbelichten.

Das schönste am Seestar ist die entspannte Art, wie man Astro machen kann. Und das Wort "entspannt" ist sonst für mich eigentlich ein Fremdwort im Bereich der Astrofotografie. Wenn ich eine richtige Ausrüstung aufbaue sind an dem Abend keine anderen Aktivitäten mehr möglich, ich bin dann mit Aufbauen und dem Überwachen der Aufnahmen und des Wetters beschäftigt und ich frage mich, ob eventuell herannahende Wolken die Aufnahmen demnächst beenden werden. Den Seestar stellt man einfach hin, startet die App auf Handy oder Tablet und schaut alle paar Minuten mal zu, wie sich aus dem anfänglichen Rauschen mehr oder weniger schnell das Fotoobjekt "herausschält". Und wenn die Wolkenlücke nur kurz war holt man das Ding halt wieder rein. Das ist auch gar nicht schlimm, denn man hatte ja keinen Aufwand mit dem Aufbauen und konnte sein normales Abendprogramm (Xbox-Spielen oder was auch immer) trotzdem durchziehen.

Klar ist natürlich, dass die Ergebnisse des Seestar S50 für einen "ernsthaften" Astrofotografen nicht gut genug sind. Das kann also immer nur "Nebenerwerb" sein. Aber wenn ZWO das gleiche mal mit einem 80/480er APO, Bildfeldrotator und größerem Chip (4/3tel Zoll o.ä.) herausbringen sollte (am besten für 2000 Euro ;-) , dann würde mir das für viele Zwecke auch als Hauptausrüstung reichen. So etwas könnte auch durchaus noch in einen handgepäcktauglichen Rucksack für den nächsten Australienurlaub ;-) passen.

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 03.10.2023, 15:44
von AchimL
Hallo Stefan

Wieder einmal, ein sehr Interessanter Bericht von Dir, den Du uns hier zugute kommen lässt.

Vielen Dank für Deine Ausarbeitung. Gefällt mir sehr.

Viele Grüße... AchimL

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 18.12.2023, 16:42
von Meikelangelo
Hallo Stefan, danke für deinen Beitrag - denke das wird "mein" Teleskop in meiner lichtverschmutzten Umgebung!!
Hab grad gesehen das der Hersteller mit der aktuellen Firmware ein bisschen "Tuning" vorgenommen hat.
Unter anderem kann man jetzt 10, 20 oder 30sec belichten, den Horizont Kalibrieren, Planeten Modus ROI setting ? und das UI für Tablets angepasst.
Liebe Grüße Mike

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 05.01.2024, 20:16
von Stefan_Lilge
Hallo Mike,

den/das Seestar kann ich nach wie vor empfehlen. Gerade für die aktuell angesagte Wolkenlückenastronomie ist es perfekt geeignet.
Ob längere Einzelbelichtungen Sinn machen muss man mal sehen, selbst bei 10 Sekunden kommt es öfter vor, dass Einzelbilder wegen Nachführfehlern verworfen werden. Da wird die Verlustquote wohl bei längeren Einzelbelichtungen noch deutlich ansteigen.

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 24.01.2024, 11:37
von Meikelangelo
Danke für deine Antwort Stefan 🙏🏻 (eben erst gesehen) Leider muss ich feststellen das der VK-Preis aktuell bis teilweise über 800.- EUR gestiegen ist. Denke darüber nach direkt beim Hersteller zu ordern für 499,- $. Aber kommt da nicht noch der Einfuhrzoll obendrauf? Kenne mich da nicht aus. Die Lieferzeit wäre mir egal wenn wann dadurch 300 € sparen könnte. Hast du direkt bei ZWO bestellt? LG Mike

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 24.01.2024, 13:05
von Holger-Sassning
Hallo Mike,

und natürlich kommt da noch die Mehrwertsteuer und der Transport mit drauf.

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 24.01.2024, 13:47
von Meikelangelo
Danke schön für die Info Holger 😍 Dann schau ich dann lieber nach einem Deutschen Händler mit den besten Konditionen. LG Mike

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 24.01.2024, 19:09
von Stefan_Lilge
Hallo Mike,

ich hatte damals direkt aus China bestellt, allerdings noch zum Einführungspreis von 399 Dollar. Da lohnte sich der Selbstimport auf jeden Fall.
Wie Holger schon schrieb muss man Einfuhr-Umsatzsteuer bezahlen, also 19% von 499 Dollar. Dazu kam dann bei mir noch ein Betrag der aus der Erinnerung ca. 30-40 Euro betrug, den der Versanddienstleister für die Zollabwicklung berechnet hat. Ich bin damals nicht schlau daraus geworden, was davon Zoll und was nur die Gebühr des Versanddienstleisters war. Ich würde beim akutellen Preis des Seestar also mit Gesamtkosten von ca. 610-620 Euro rechnen, wenn man es direkt importiert. Aufgrund extrem schlechter Erfahrungen in der letzten Zeit mit einem direkt in China gekauften Tablet (bzw. dessen gescheiterter Garantieabwicklung) würde ich wohl in Zukunft nur noch Sachen in China kaufen, bei denen ich den Totalverlust ohne weiteres verkraften kann, weil es irgendwelcher Kleinkram ist. Bei allem was etwas teurer ist würde ich lieber mehr bezahlen und dafür ordentlichen Service/Garantie haben.

Ich habe übrigens inzwischen auch mal eine Vergleichsserie mit 10s und 30s Einzelbelichtungen gemacht. Die Serie mit 30s war (bei gleicher Gesamtbelichtungszeit) schon etwas besser, hat aber ein Mehrfaches der Zeit in Anspruch genommen wie die Serie mit 10s. Es wurde ein Großteil der Einzelaufnahmen wegen Nachführfehlern verworfen. Länger als 10s lohnt sich also nicht (aber vielleicht gibt es auch besonders gute Exemplare, die das schaffen...).

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 04.02.2024, 17:45
von JBeisser
Hallo Stefan,

danke für den schönen und informativen Bericht. Jetzt ist es also klar, dass das Seestar-Teleskop auch vor Profis nicht halt macht. Ein Vereinsmitglied bei uns, schon über achtzig, aber sehr Technik-affin, hat sich kürzlich auch ein ebensolches Gerät zugelegt.

Auf jeden Fall auch ein super Teleskop für alle die, die oft reisen und das Seestar mal eben als Handgepäck mitnehmen können. Ich denke, die geografische Breite ist in einem ziemlich weiten Bereich einstellbar, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

Viele Grüße
Jürgen

Re: Ersteindruck Seestar S50 Smart Telescope

Verfasst: 07.02.2024, 19:40
von Stefan_Lilge
Hallo Jürgen,

das Teleskop sollte eigentlich überall funktionieren, es muss ja nicht parallaktisch ausgerichtet werden. Also genau richtig für den nächsten Urlaub am Südpol :-)