Pferd

Fotos von Objekten außerhalb unseres Sonnensystems
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Stefan_Lilge
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Pferd

Beitrag von Stefan_Lilge » 25.02.2018, 22:53

Hallo,

in der letzten abnehmenden Mondphase (beginnend mit dem Tag nach Vollmond) habe ich nach langer Zeit mal wieder auf den Pferdekopfnebel (Barnard 33 in IC434) gehalten. Wenn die Suche auf meiner Festplatte sorgfältig genug war, habe ich ihn zuletzt 2006 aufgenommen. Das neue Bild ist trotz doppelter Belichtungszeit nicht viel besser als das alte, bei 10 Stunden Halpha hätte ich auf mehr Signal gehofft.
Dazu gibt es dann in der linken Bildhälfte eine merkwürdige fellartige Textur, für die ich mir keine andere Ursache als eine Einstrahlung des nahen Orion-Gürtelsternes vorstellen kann. Eine intensive Bearbeitung des Bildes habe ich mir gespart, das Bild ist etwas entrauscht und auf halbe Größe (0,76"/Pixel) verkleinert, sonst keine Bildverarbeitung.

Aufgenommen wie immer auf meiner Berliner Dachterrasse. Teleskop war das 10" Meade ACF auf AZ-EQ6 Montierung und ASI1600 Kamera. 122x5 Minuten Halpha.
http://ccd-astronomy.de/temp13/IC434Ha-122x5bingut.jpg
Bild
Viele Grüße
Stefan

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lange
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Re: Pferd

Beitrag von lange » 26.02.2018, 08:16

Hallo Stefan,

ist doch super geworden, ok wenn Du es schon mal besser erwischt hast ...
Das Muster ist in der Tat seltsam, aber ob das vom Gürtelstern kommt ? Das müsste dann doch häufiger beim Pferd aufgenommen worden sein.
--
Gruss Ralf

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Desaster
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Re: Pferd

Beitrag von Desaster » 26.02.2018, 14:31

Servus Stefan,
bei 10 Stunden Halpha hätte ich auf mehr Signal gehofft.
meinst Du jetzt den, den Pferdekopf umgebenden Nebel???... ich persönlich finde es von der Tiefe und den Details klasse!!!!

Sieht man den "Bildfehler" auch auf einer Einzelaufnahme??

lg
tom

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Re: Pferd

Beitrag von AchimL » 26.02.2018, 18:01

Hallo Stefan

Sehr schön anzusehen, Dein IC434 !!

Solche Einstrahlungen gibt es bei M78 auch immer wieder, ist ja dort in der Nähe.
Zumindest steht es so im "Allwissenden" Internet... :hammer:

Viele Grüße... AchimL

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Re: Pferd

Beitrag von Jedi2014 » 27.02.2018, 12:58

Hi Stefan,

Manchmal sind die Bedingungen regelrecht signalfeindlich :-) Jedenfalls kann ich deine Erwartung verstehen, hätte ich auch gehabt. Allerdings würde ich einfach mehr "Glätte" erwarten, Details sind ja schon jede Menge da. Was ich an deinen Bildern oft schade finde - so auch hier - sind die ausgebrannten bzw. ausgestantzten Sterne. Das trübt den tollen Gesamteindruck irgendwie.
Viele Grüße
Jens
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Re: Pferd

Beitrag von Kai L. » 27.02.2018, 13:25

Hallo Stefan,

Ich finde dein Bild auch Super und wünschte mir ich würde das auch können...
Darf man fragen von wo aus in Berlin du deine Fotos machst?
Da ich ja auch aus Berlin komme ist es für mich Interessant zu wissen was von mir aus möglich wäre.

Gruß
KAI

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Re: Pferd

Beitrag von Frank_ » 27.02.2018, 18:32

Hallo Stefan,
insgesamt sieht das gut aus, die Struktur sieht ein wenig so aus als ob es da oben ordentlich windig ist :question:
Viele Grüße
Frank
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Re: Pferd

Beitrag von NicoGeisler » 27.02.2018, 20:23

Hi Stefan,
das Muster erinnert mich irgendwie an die ein oder andere IC349 Aufnahme in der sich Merope etwas störend ausgewirkt hat. Hätte ebenfalls gedacht, dass 122 Frames nen weicheres Ergebniss bringen ... :question: Vielleicht hat ja nen 5min Signal bei Vollmond zu wenig Abstand vom Rauschen.?
LG Nico

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Re: Pferd

Beitrag von stone » 28.02.2018, 16:27

Schöne Aufnahme, diese Striche sehen wirklich komisch aus. Hat vielleicht auch was mit dem stacking zu tun?

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Re: Pferd

Beitrag von GalaxieFinder » 02.03.2018, 09:30

Hallo Stefan,

das Muster sieht wirklich etwas merkwürdig aus - die "Strahlen" von Alnitak hätte ich eher auseinanderlaufend erwartet.
Aber was Optiken bei so hellen Sternen am Rand und direkt außerhalb es Feldes so anstellen ist manchmal nicht ganz einfach durchschaubar.

Das Pferd ist aber schon strukturiert, gefällt mir gut!

LG, Markus
Ursa Major Sternwarte @ rosa-remote
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Re: Pferd

Beitrag von Stefan_Lilge » 03.03.2018, 21:29

Hallo Ralf, Tom, Achim, Jens, Kai, Frank, Nico, Andreas und Markus,

die "Strahlen" sind mir immer noch ein Rätsel. Die sind auch in den Einzelbildern zu sehen, allerdings nur in einer von drei Nächten.
Komische Wellen in Bildern haben ja oft etwas mit der Stromversorgung der Kamera zu tun, aber dann wären die Wellen nicht "schräg", sondern senkrecht oder waagerecht.
Tau oder Eis kann es auch nicht sein, das sieht anders aus. Eine einstrahlende Straßenlaterne (bin ja hier mit mehreren "Spotlights" ausgestattet, die natürlich genauso stark nach oben wie nach unten strahlen) kann es eigentlich auch nicht sein, sonst müsste sich das Muster im Laufe der Serie verändern. Und in der einen Nacht, wo es aufgetreten ist, war es durchgehend vorhanden. Ich könnte nun natürlich die eine Nacht mit den Streifen weglassen, aber ich hatte eh zu wenig Daten...

Für mich ist immer noch Streulicht von einem hellen Stern der Favorit, auch wenn Markus Recht hat, dass man dann den "Fächer" in der anderen Richtung erwarten würde.

@Kai: Seit drei Jahren wohne ich in Schöneweide, nahe dem S-Bahnhof Schöneweide am Groß-Berliner-Damm. Vorher habe ich lange auf einer Dachterrasse im nördlichen Neukölln (Nähe Rathaus Neukölln) fotografiert. In Schöneweide ist es geringfügig dunkler als im nördlichen Neukölln, das macht aber keinen großen Unterschied. Wenn du nicht gerade an einem selbst für Berliner Verhältnisse besonders ungünstigen Ort wohnst, sollten bei dir also ähnliche Ergebnisse möglich sein.

@Jens: Die Sterne sind hier in der Tat hässlich, sie sind "naturbelassen", ich habe also keine Sternkosmetik angewandt. Ich habe den Eindruck, dass SCTs generell eher große Sterne produzieren, eventuell schon aufgrund der Brennweite. Frank H. (der ohne "_" am Ende) hatte glaube ich auch mal behauptet, dass "langsame" Öffnungsverhältnisse generell eine größere Spotsize produzieren. Vermutlich hat er Recht. Bei der Bildverarbeitung hat AstroArt zwar auch einen Sterne-Verkleinern-Filter, aber der macht die Sterne zwar kleiner, aber nicht "weicher". Weiß nicht, wie man das erreicht (und allzu weiche Sterne mag ich auch nicht).
Bei gutem Seeing ist es einfacher mit den Sternen, bei meinem NGC 2903 bin ich z.B. sehr zufrieden mit den Sternen (auch wenn die natürlich keine nennenswerte Farbe haben).

@Nico: Der Vollmond trägt ja eher dazu bei, dass viel Signal da ist, dass irgendwelche Bias-Muster überdeckt. Beim "lucky imaging" habe ich es schon erlebt, dass die ASI1600 Streifen produziert, wenn Gain und Offset zu gering eingestellt sind. Das waren dann aber horizontale Streifen und nicht schräg wie hier.
Viele Grüße
Stefan

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