M 27 - Test nach Takahashi-Service

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M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von JBeisser » 08.07.2018, 15:34

Hallo zusammen,

wie im vorigen Thread berichtet, war mein FSQ-85 für eine geraume Zeit beim Takahashi-Service, um die asymmetrischen Flares um hellere Sterne zu beseitigen. Nach Erhalt des Gerätes habe ich mich natürlich sofort an Testaufnahmen gemacht, trotz Mitternachtsdämmerung und Vollmond. Eine knappe Stunde war es, abgesehen vom tief stehenden Vollmond am 28. Juni dunkel, also kam nur ein helles Objekt wie M 27 in Frage. Die visuelle Grenzgröße lag in der betreffenden Richtung so um 2,5 mag, also gruselig. Belichtet habe ich insgesamt eine Stunde LRGB mit der QSI 583 wsg.

Die Analyse ergab, dass die Optik nun optimal justiert ist. Verkippung ist auch keine zu sehen, die Sterne sind in den Bildecken FSQ-typisch radial leicht elongiert, aber in allen vier Ecken gleichmäßig. Außerdem wurde aber jetzt auch die Temperaturabhängigkeit des Fokus deutlich. Ich habe aus Zeitmangel nicht zwischendurch fokussiert, als die Temperatur um 1,5 Grad fiel. Das machte sich schon drastisch in den FWHM-Werten bemerkbar. Mittlerweile überlege ich, von Maxim DL auf SGP umzusteigen und die Nachfokussierung in Abhängigkeit von der Temperatur zu triggern.

Alles in allem also keine besondere Aufnahme, sondern nur ein Test. Von jetzt an wird die Astrofotografie wieder mehr Spaß machen.

Bild

Viele Grüße
Jürgen

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Re: M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von Josef » 08.07.2018, 18:50

Hallo Jürgen!

Sieht gut aus!
Mit freundlichen Grüßen

Josef

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Re: M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von kronos » 08.07.2018, 19:21

Hallo Jürgen

ich habe eine Zeit lang mit Maxim dann SGP und zuletzt CCDAP5 gearbeitet.
Am besten hat CCADP funktioniert. Da mache ich nun bei meinem großen Newton alle 0,5 Grad Änderung eine Fokussession oder bei Filterwechsel.
Läuft mit TSX Fokus wie ein Traum!
Hatte mit dem SGP immer leichte Probleme den optimalen Fokus mit der V Kurve zu treffen.

Gruß Dietmar
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Re: M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von GalaxieFinder » 09.07.2018, 21:33

Hallo Jürgen,

der Service scheint sich gelohnt zu haben, nun zeigt die Optik, was sie wirklich kann.
Zu den elongierten Sternen: du schreibst, das sei FSQ-typisch. Der FSQ sollte aber eigentlich einen wesentlich größeren Chip bedienen können.
Ist es denkbar, dass diese elongierten Sterne mit der Temperaturabhängigkeit zusammenhängen, sprich auftauchen, wenn der Fokus nicht optimal ist?

LG, Markus
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Re: M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von Jedi2014 » 09.07.2018, 21:40

Hi Jürgen,

Eine Std. LRGB, das fängt ja gut an. Die Sterne sehen gut aus und auch die Farbe ist endlich wieder da wo sie hingehört. Die Ränder werden elongiert, wenn der Fokus nicht perfekt stimmt. Das hatte ich auch immer. Aber du weißt das doch eigentlich selber aus Erfahrung.
Bei mir juckts auch schon wieder in den Fingern, aber vor Ende Juli komm ich wohl zu nichts im Moment.
Viele Grüße
Jens
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Re: M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von JBeisser » 10.07.2018, 09:30

Hallo Josef, Dietmar, Markus und Jens,

vielen Dank für Euren Input.

@Dietmar: Danke für den Tipp. TheSkyX und CCDAP scheiden für mich aus Kostengründen aus, weil ich bereits mit Maxim DL, CCD Commander, FocusMax und Pinpoint arbeite. Ich vermisse bei CCD Commander lediglich die Möglichkeit, in Abhängigkeit von der Temperatur und im Feld nachzufokussieren. Beides leistet SGP, hat aber sicherlich dafür wieder andere Schwachstellen. Mit der Fokussierroutine kommen allerdings viele ander Nutzer gut klar, vielleicht liegt es am jeweiligen Teleskop- und Fokussierertyp.

@Markus und Jens: Im Gegensatz zum größeren Bruder FSQ-106 hat der FSQ-85 ein kleineres nutzbares Bildfeld (44 mm beim FSQ-85 gegenüber 88 mm beim FSQ-106). Die Randkorrektur ist entsprechend etwas weniger perfekt, was bei größeren Chips (z.B. Vollformat-DSLR) sichtbar wird. Das geht auch aus den von Takahashi veröffentlichten Spotdiagrammen hervor. Nicht umsonst empfiehlt Takahashi, entweder auf einen Stern zu fokussieren, der zwei Drittel von der Bildfeldmitte entfernt ist, oder aber den neuen Flattener einzusetzen. Mit dem bekannten QE 0.73 Reducer sehen die Spotdiagramme ebenfalls besser aus. Das Ganze ist aber in meinen Augen recht akademisch, zumindest mit dem KAF-8300 Sensor. Den Flattener werde ich mir dafür nicht zulegen, da man den Effekt wirklich nur bei starker Ausschnittvergrößerung sieht.

So wie der FSQ-85 nach der Überholung jetzt ist, finde ich ihn perfekt und würde ein solches Gerät jederzeit wieder kaufen. Hätte ich eine Kamera mit deutlich größerem Chip, würde ich einen FSQ-106 bevorzugen.

Viele Grüße
Jürgen

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Re: M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von GalaxieFinder » 10.07.2018, 12:32

Hallo Jürgen!

Zum Nachfokussieren:
- ich bilde mir ein, FocusMax bietet eine Möglichkeit, auf Temperatur nachzufokussieren, vorausgesetzt, der Motorfokus liefert die Temperatur. Ich denke, dass FM das dann selbstständig macht, ohne dass CCD Commander etwas davon weiß (wissen muss).
Da ergeben sich die beiden Fragen, ob man a) die Temperaturdrift sauber genug ausgemessen bekommt (hat man am Beginn der Nacht vielleicht eine Kurve anstatt linearer Entwicklung?) und b) das Nachfokussieren während der Belichtung auffällt oder nicht.
Die anscheinend "perfekte" Lösung für den TAK, der Fokus Wizard, ist ja nicht gerade ein Schnäppchen.

Martin hier in der Nachbarsternwarte geht bei seinem FSQ so vor, dass er gar nicht auf die Temperatur schaut, sondern in einem fixen Zeitintervall nachfokussieren lässt. Dazu fährt er dann auch zu einem festgelegten Fokusstern. Danach startet die nächste Sub-Action zum Aufnehmen.
Innerhalb des Bildfeldes könnte man auch einen Fokusstern nach Pixelkoordinaten definieren, vorausgesetzt es ist einer da, den FM als hell genug akzeptiert. Würde das herumfahren ersparen.

LG, Markus
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Re: M 27 - Test nach Takahashi-Service

Beitrag von JBeisser » 10.07.2018, 19:32

Hallo Markus,

hundert Prozent Zustimmung! FocusMax kann anhand einer Temperaturkurve nachfokussieren, aber die Aufnahme derselben ist bestimmt zeitaufwendig. Den Fokus Wizard gibt es meines Wissens auch nur für den FSQ-106. Erschwerend kommt dazu, dass man den Einfluss eines Heizbandes nicht gut berücksichtigen kann. Bei meinem M 27-Test hatte ich kein Heizband installiert, und die Temperaturempfindlichkeit war heftig. Normalerweise, bei eingeschaltetem Heizband, muss ich manchmal nur alle 2 Stunden oder nach dem ersten Abkühlen gar nicht mehr nachfokussieren.

Ich mache es ansonsten exakt so wie Martin in Deiner Nachbarsternwarte, das funktioniert natürlich auch.

Viele Grüße
Jürgen

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